© Sabine Ibing, Lorib GmbH
Autorin Sabine Ibing
Bücher, die mir selbst gut gefallen haben zeitgenössische Romane Rezension Als unsere Welt die Farbe verlor von Helena P. Hanrath Klappentext: «Emma Petters hat mit angesehen, wie Deutschland im Bürgerkrieg versank. Die wimmernden Rufe der Waisenkinder und die Schreie sterbender hallten über Monate durch den Staat. Wenige Wochen nach dem Ende des Krieges und dem Sieg der Deutschen über die Flüchtlingsströme erhebt sie das Wort – und klagt an. Mahatma Gandhi sagte: Gewalt ist die Waffe der Schwachen. In welcher Welt willst du leben? Sei nicht schwach. Ich bitte dich.»  Diese Kurzgeschichte von 22 Papierseiten mag auf den ersten Blick pathetisch klingen. Aber es ist eine Rede. Eine Rede muss aufrütteln und kann sich der Emotionen bedienen. Wir befinden uns in Deutschland im Jahre … In fünf Jahren, in 20 Jahren, man weiss es nicht genau. Das Land liegt in Trümmern, die Menschen wohnen in Zelten, es wird Winter. Ein Bürgerkrieg hatte sich entwickelt: Die eine Seite, die für die Aufnahme von Flüchtlingen kämpfte und die andere Seite, die alle Ausländer aus dem Land scheuchen wollte. Emma Petters steht in einer Turnhalle und hält eine flammende Rede. Nun sitzen die Bürger in genau dem gleichen Dilemma, wie ihre sogenannten Feinde: Häuser sind zerstört, Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten, es herrscht Not, Kälte und Hunger. Und Emma fragt, ob dies das Ziel war, ob das ganze Leid und Elend es wert war, die Frage so zu lösen. Sie appelliert an Menschlichkeit und Brüderlichkeit. Ein groteskes Szenario, das man sich nicht vorstellen mag. Helena P. Hanrath lässt ihre Protagonistin mit Absicht nur aus ihrem Blickwinkel reden, sämtliche Zwischenrufe werden seitens des anwesenden Militärs mit Gewalt unterdrückt. Eine flammende Rede, ein guter Diskussionsbeitrag zur heutigen Politik. Auf der einen Seite bittet Emma darum, miteinander zu reden, Lösungen zu finden, zuzuhören, den anderen lernen zu verstehen. Auf der anderen Seite hat aber auch niemand die Chance, Emma zu unterbrechen, eben zu diskutieren, seinen Standpunkt darzulegen. Wer sich auflehnt, wird massiv von den anwesenden Soldaten attackiert. Das Rad rollt weiter. Dieses Buch gibt es nur als Ebook. Zurück zu Liste Rezension zeitgenössische Literatur Literaturblog Sabine Ibing
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